Bisherige Praxis-Ergebnisse ermutigend / Produktvorstellung auf mehreren Messen
Mit einer in der Fachwelt als sensationell empfundenen Information trat Zipperling Ende des letzten Jahres an die Öffentlichkeit: ein "organisches Metall" , das erste der Welt, ein leitfähiger Kunststoff mit Edelmetalleigenschaften war nach ca. 15 Jahren Forschung reif geworden für die ersten tastenden Schritte im Markt; dieser neuartige Kunststoff hat die Fähigkeit, konventionelle Metalle wie Eisen, Stahl, Aluminium oder Kupfer vor dem Verrosten bzw vor Korrosion zu schützen .
Damit hat Zipperling ein bisher weltweit einmaliges Verfahren auf der Basis eines ebenfalls selbst entwickelten vollkommen neuartigen Stoffes an die Schwelle zur Vermarktung gebracht.
Zipperling gelang es, den neuen Kunststoff namens "Polyanilin" in Lackform verarbeitbar zu machen. Dabei entdeckte man schon 1988 erste Korrosionsschutzeffekte, verstand diese aber bis 1993 nicht. Damals gelang der Durchbruch: "Wir entdeckten, wie wir mit unserem Polyanilin andere Metalle passivieren, also gegen Rostbildung immun machen konnten."
Die Bundesumweltstiftung erkannte den Wert des von Dr. Weßling 1993 eingereichten Patentes und fördert seit Ende 1994 die Weiterentwicklung des Verfahrens - "denn wir müssen noch sehr viele praktische Probleme lösen, bevor jeder Industriebetrieb die neue Grundierung verwenden kann," erläutert der Chemiker.
Eines der neu entwickelten Produkte ist "CORREPAIR", ein verblüffendes "System gegen Rost", mit dem man nach Angaben von Zipperling verrostete Metalle dauerhaft gegen weiteren Rostfraß schützen kann. Hierzu bestreicht man mit der "Tiefenwirkgrundierung" den Rost, und nach einigen Minuten kann man den nun schwarz gewordenen Rost mit einem feuchten Lappen abwischen.
Dann bringt man die eigentliche "Oberflächenveredlung" auf, die die Metalloberfläche nun gegen Korrosion "passiviert". Abschließend wird ein Decklack zur "Versiegelung" aufgebracht.
Seit Februar diesen Jahres hat die Zipperling-Forschungsgruppe das Produkt in kleinen Stückzahlen hergestellt und an Mitarbeiter, Freunde und viele andere interessierte Anwender verkauft.
"Einige hundert Stück sind so seit Anfang des Jahres praktisch getestet worden, und es sieht ganz gut aus - unsere Laborergebnisse wurden bisher bestätigt," sagt Sabine Schröder, die in der Forschungsgruppe die Markteinführung von "CORREPAIR" verantwortet.
Zipperling will das Produkt nun intensiver im Direktverkauf, aber auch über Fachgeschäfte und Handwerker in Stormarn anbieten.
Sabine Schröder: "Wir sprechen noch nicht von einer breiten Vermarktung, dafür wäre es noch zu früh. Wir wollen aber in Stormarn, also nahe bei Zipperling, mit jederzeit erreichbaren Fachleuten breiter in den Anwendungstest."
Bisher hat sich das Produkt bei der Reparatur von Autos, Motorrädern, Garagentoren, Zäunen, überraschenderweise aber auch bei Booten und landwirtschaftlichen Geräten, bewährt.
Zipperling beabsichtigt nicht, in die Lackproduktion einzusteigen. "Es ist unser Ziel, ein für Lackfabriken geeignetes Vorprodukt herzustellen, das wir dann an diese verkaufen. Heute aber müssen wir das gesamte System bis zum Decklack aus einem Guß entwickeln und herstellen, weil die vielfältigen Anforderungen sehr unterschiedliche Lackkombinantionen erfordern, und die müssen wir erst noch aufeinander abstimmen," erklärt Dr. Weßling.
Lackspezialist in der Forschungsgruppe ist Frank Baron, der bereits während des Studiums als Chemieingenieur zu Zipperling stieß. Er verantwortet auch die Grundlagentests, mit denen die Eignung bestimmter Lackkombinantionen im Labormaßstab geprüft und auf die Praxis "hochgerechnet" wird.
"Mit einem europaweit operierenden Unternehmen verhandeln wir derzeit über eine Vermarktung in ganz Europa, aber auch hier müssen wir ja in kleinen Schritten vorgehen," ergänzt der Geschäftsführer, Dr. Weßling.
Zipperling erkennt die Risiken des Projektes in vollem Umfang. "Wir machen hier in jeder Hinsicht etwas ganz Neues und weltweit Einmaliges. Die Wahrscheinlichkeit, daß es schiefgeht und wir das Produkt trotz seiner hervorragenden Eigenschaften nicht erfolgreich vermarkten können, ist größer als die Wahrscheinlichkeit des Erfolges."
Aber mit einer ersten Serie von Messen
will man nun die Akzeptanz des neuen Produktes testen.
"Der Standort Deutschland hängt natürlich von der Innovationskraft der Unternehmen ab, und da hat Zipperling in den letzten 15 Jahren sehr gute Beiträge geleistet. Er hängt aber auch von der Innovationsfreude der Konsumenten ab," meint Dr. Weßling und spielt damit darauf an, daß ein so neues Produkt wie CORREPAIR nur dann Erfolg haben kann, wenn die Verbraucher einen Test wagen.
(Dr. B. Weßling)